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INFO BOX |
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Indien |
Einwohnerzahl (Rang): 1 064 399 000 (2)
Fläche (Weltrangplatz):
3 287 263 km² (7)
Hauptstadt: Neu Dehli
Autokennzeichen: IND |
India - Inde
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Reiseberichte / Texte zu Myanmar
G O A –
Das sanfte Indien
Goa im Südwesten Indiens
gelegen grenzt an die Bundesstaaten Karnataka und Maharaschtara. Zum Sultanat
von Bijapur gehörend wurde es 1510 unter der Führung von Afonso de Albuquerque
durch die Portugiesen erobert und diente diesen über 400 Jahre als wichtigster
Stützpunkt für ihr Handelsnetz in Asien, das bis Japan, China und zu den
Philippinen reichte. Erst 1961, nachdem Nehru seine Truppen schickte, wurde Goa
Teil der seit 1947 unabhängigen Republik Indien. Allerdings hatte es im Laufe
der Geschichte verschiedene vergebliche Anschläge gegeben die portugiesische
Regierung zu stürzen. Im Jahre 1787 hatten führende Priester mit der
Unterstützung einiger Militärs den Versuch einer Revolution unternommen mit dem
Ziel einer unabhängigen Republik auf den Grundlagen von Freiheit, Gleichheit und
Brüderlichkeit.
Das vergleichsweise
geruhsame Goa von heute ist anders als der Rest Indiens., Der Einfluss der
Portugiesen ist noch allgegenwärtig und wird es auf lange Sicht bleiben. Das
dokumentiert sich in der Architektur, der Sprache, den Namen seiner Bewohner und
nicht zuletzt in der Küche. Die provinzielle und beschauliche Hauptstadt Panaji
(Panjim) mit seinen engen Gassen und den alten Häusern mit farbigen Fassaden und
roten Ziegeldächern sowie den weißen Kirchen kommt dem Kenner der iberischen
Halbinsel seltsam vertraut vor. Malerische kleine Hotels in renovierten
Kolonialgebäuden der Altstadt Fontainhas – wie zum Beispiel das „Afonso“ oder
das „Panjim Inn“ – bieten dem Gast ein altmodisch behagliches Ambiente.
Die exquisite goanische
Küche verbindet portugiesiche und indische Elemente. Mit Essig – meist
Palmweinessig - und Gewürzen wie Chilis ,rotem und grünem Pfeffer, Tamarinde
wird nicht gespart. Im Gegensatz zum übrigen Indien wird viel Schweinefleich
gegessen: Spezialitäten sind vindaloo (Vom portugiesischen vinho
d’alho für Knoblauchwein), das äusserst schmackhafte sorpatel mit
Herz und Leber, die würzigen roten Würstchen chouricos und balchao
in einer köstlichen Sauce. Daneben bieten die Restaurants leckere Huhn- und
Rindfleisch-Currys an und natürlich die Früchte des Meeres in allen
Variationen. Und kein Besucher sollte die himmlischen bebinca versäumen,
ein mehrschichtiges Dessert aus Eiern, Milch und Zucker, das sehr leicht ist und
unglaublich gut schmeckt. Im Gegensatz zu anderen Regionen Indiens gibt es
überall Bier und andere Alkoholika und das zu mäßigen Preisen, außer natürlich
in den zahlreichen vegetarischen Lokalen. Und in einem guten Restaurant wie dem
stimmungsvollen „Venite“ in der Janeiro Rd in Fontainhas, wo Sie bei
Kerzenschein auf einem winzigen Balkon den Genüssen Goas frönen können, bekommen
Sie auch eine Flasche guten Weines.
Ebenfalls am Ufer des
Mandovi Flusses etwa zehn Kilometer von Panaji entfernt befindet sich die
frühere Hauptstadt Old Goa (Velha Goa), das heißt das was von der ehemals
glanzvollen Stadt, die dereinst mit Rom, Lissabon und Paris verglichen wurde,
noch übriggeblieben ist. Und das sind die Kirchen, die alle nahe beieinander
liegen. Die bekannteste und verehrteste ist die 1605 fertiggestellte Basilika
Bom Jesus, in der in einem prunkvollen Sarkophag, an dem der Florentiner
Bildhauer Giovanni Batista Fogini zehn Jahre gearbeitet hat, die sterblichen
Überreste des Heiligen Franz Xaver aufbewahrt sind.
Franz Xaver (Xavier), 1506
in Navarra im heutigen Spanien geboren, 1535 zum Priester geweiht, wurde von
Ignatius Loyola in die „Gesellschaft Jesu“ aufgenommen, aus der die Stiftung der
Jesuiten entstand, als deren Mitbegründer Franz Xaver gilt. 1542 kam er nach
Goa, von wo aus er die Küsten Südindiens mit großem Erfolg missionierte und
später seinen Wirkungskreis bis nach Japan ausdehnte. Auf einer kleinen
chinesischen Insel starb er 1552, vermutlich an der Ruhr. Nach einem
vorübergehenden Begräbnis in Malakka wurde sein Leichnam 1554 nach Old Goa
überführt. 1622 hat Papst Gregor XV den „Apostel Indiens“ Franz Xaver
heiliggesprochen. Der guterhaltene Leichnam – nicht mehr vollständig, weil Teile
davon als Reliquien nach Rom und sonst wohin gingen – wird den Gläubigen alle zehn Jahre
gezeigt. Zu der letzten Zeremonie im Jahre 1994 sollen zwischen einer und zwei
Millionen Pilger gekommen sein um ihrer Verehrung Ausdruck zu verleihen.
Die Sé Kathedrale in Old
Goa, mit deren Bau 1562 begonnen und die erst 1640(!) geweiht wurde, ist die
größte Kirche Asiens und ein imposantes Monument der römisch-katholischen Macht
in Goa unter den Portugiesen. Die unlängst renovierte
Kathedrale mit der berühmten Goldenen Glocke und ihren 14 reichgeschmückten
Seitenaltären ist außen im toskanischen Stil gehalten und wird – ein schönes
Bild - von Zypressen gesäumt.
Auf dem nahegelegenen
Heiligen Hügel befindet sich neben dem St.-Monika Frauenkloster und den Ruinen
der Augustinenkirche die bemerkenswerte Kirche der Jungfrau mit dem Rosenkranz.
In den Jahren 1544 bis 1547 in Erfüllung eines Gelübdes von Albuquerque erbaut
ist die Kirche in einem erstaunlich guten Zustand. Der kleine, vom Haupteingang
her wie eine Festung anmutende Bau weist unter anderem auch gotische Elemente
auf. Das kreuzförmige Innere ist von schlichter Schönheit. Von der Stelle, wo
die Kirche steht, soll Albuquerque die Schlacht
seiner Truppen beobachtet haben. Heute hat man von hier einen herrlichen Blick
hinunter auf den Fluss Panaji mit seiner
südländisch-europäischen Atmosphäre und Velha Goa mit seinem reichen Kulturerbe
sind so schön und interessant, dass es sich lohnt, dafür wenigstens zwei Tage
einzuplanen, wenn man auch à priori der Strände und der Sonne wegen kommt wie
die meisten der westlichen Touristen. Die sich über mehr als 100 km
erstreckenden palmengesäumten Strände sind ja auch zum überwiegenden Teil
Traumstrände wie sie im Buche stehen. Sie sind sauber und das Wasser ist klar.
Anjuna, , Benaulim, Betul, Colva, Miramar, Palolem, Vagator, und wie sie alle
heißen. Manche sind lang, breit und schnurgerade, andere liegen in
halbmondförmigen Buchten. Manche Orte werden hauptsächlich von Pauschaltouristen
besucht, in anderen sind die Traveller weitestgehend unter sich, einige sind
laut und überfüllt, andere noch einigermaßen beschaulich. Da es so viele
Alternativen gibt, kann ich nur raten sich vor der ersten Reise nach Goa –
auch wenn Sie sich einem Reiseveranstalter anvertrauen - einen guten
Reiseführer zu kaufen. Dann sind Sie in der Lage, sich Ihr Strandziel Ihren
Bedürfnissen entsprechend auszusuchen und damit sicherzustellen, dass Sie einen
erholsamen Urlaub genießen. Denn dafür ist Goa bestens geeignet. Wenn Sie
hingegen das archaische, das aufregende, das abenteuerliche Indien erleben
wollen, dann müssen Sie woandershin fahren, z. B. nach Rajasthan, Karnataka oder
Andhra Pradesch.
Man kann natürlich beides
miteinander verbinden. Als Ausflug von Goa bietet sich der Tempelbezirk von
„Hampi“ in Karnataka an, etwa 10 Autostunden entfernt. Hampi(Vijayanagrar) galt
im Hochmittelalter als da größte südindische Zentrum des Hinduismus. (Vielleicht
erinnert das Sie daran, dass auch Goa trotz der vielen Kirchen mehrheitlich
hinduistisch ist).
Für Individualtouristen
nach Goa gibt es keine Probleme. Mehrere Gesellschaften bieten Flüge über
Mumbai(Bombay) oder Kochi an. Unterkünfte finden sich in
allen Preislagen: ein gutes Zimmer erhält man bereits für 10 Euro. Das Essen ist
gut und billig. Und überall gibt es Motorradtaxis sowie Fahrräder zu leihen.
Die beste Reisezeit ist die
Vorsaison von Oktober bis Mitte Dezember. Dann ist es noch nicht ganz so heiß.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des
Rechteinhabers, © by Heiko Trurnit
2003
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